Transkulturprojekt: BANA AFRIKA e.V.

Sammelpunkt zum Start des kleinen Radausflugs ist der Innenhof der Evang. Gemeinde. Für diejenigen der 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche kein eigenes Fahrrad besitzen,  hat der 1. Vorsitzende, Kams Mulumba, alles perfekt vorbereitet und mit einem Transporter einige Fahrräder bereitgestellt. Eine Familie, deren Kinder noch nicht Fahrradfahren, kommt zu Fuß, später mit dem Bus nach.

Erster Programmpunkt ist ein Besuch des Stadtmuseums in der umgebauten ehemaligen Sparkasse in der Arnoldsweilerstr. 38. Hier ist eine Führung mit Herrn Gasper zum Thema “Dürener Migrationsgeschichte“ gebucht.

 

Herr Gasper präsentiert sachkundig  ganz unterschiedliche Facetten der Einwanderungsgeschichte.

Einige Fotos zeigen das total zerstörte Düren im November 1944; umso erstaunlicher, dass es gelang, in der Folgezeit 12 Millionen Vertriebene aus dem Osten aufzunehmen. Unzählige Menschen sind hiernach nach Deutschland gezogen, viele aus wirtschaftlichen Gründen und gezielter Anwerbung, andere aufgrund von Flucht aus den Heimatländern.

Einerseits gibt es Erfolgsgeschichten wie die gelungene Integration der Unternehmerfamilie Lenarduzzi  welche aus Italien kommend in Düren ein florierendes Terrasso - Unternehmen aufbaute, andererseits aber über Jahre hinweg miserable Lebens- und Wohnbedingungen der Gastarbeiter, die im Zuge der  Anwerbeabkommen mit Süd- und Südosteuropäischen Ländern, später der Türkei und nordafrikanischen Staaten auch in Düren sesshaft wurden.

Herr Gasper berichtet, dass eine solch große Gruppe aus der afrikanischen Community bis jetzt noch nicht im Museum war; hier besteht Nachholbedarf, können doch gerade unsere kongolesischen Besucher und Besucherinnen, aus 1. und 2. Einwanderergeneration, die dargestellten Lebenswege aus eigener Erfahrung einordnen und nachvollziehen.

Nächstes Ziel der Exkursion ist das Papiermuseum am Hoeschplatz. Die Geschichte der Papierherstellung ist im Prinzip auch eine “Geschichte der Migration“, von den Anfängen in China im 2. Jh. v. Chr. bis hin zu den ersten Papiermühlen an der Rur gegen Ende des 16. Jahrhunderts.

Nach so viel Bildung freuen sich alle Ausflügler auf das Freizeit – Kulturprogramm am Rölsdorfer Grillplatz. In einem atemberaubenden letzten Sprint fährt Mack Tika als erster mit dem Rad ein, Diana Mulumba, welche die ganz Etappe die Führung übernommen hat, wird Zweite.

So viel Aktivität erzeugt Appetit. Wie gut, dass die ‘Chefköchinnen‘ Jo Jo Botuli und Suzanne kongolesische Spezialitäten kredenzen: Thomson – Fisch (köstliche auf dem Grill zubereitete knusprige Makrelen), Salate und Mikate (beignets, frittierte Teigbällchen). Lecker!

Einige Rhythmen ertönen von Trommeln und Bongos; klar eine afrikanische Feier ist undenkbar ohne Musik.

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