"Tag der Offenen Tür"

Bericht Winne Simon

Endlich ist es soweit. Schon lange wollten die Vereinsverantwortlichen die Türen öffnen für die am Thema Integration und Migration interessierten Dürener Bürgerinnen und Bürger. Die Interkulturelle Woche Düren 2019 bietet hierfür einen schönen Rahmen.

Ein reichhaltiges kulinarischen Buffet steht bereit, musikalische Untermalung wird nachmittags geboten von Mohammed Jan und Shiyar, die stimmgewaltig und auf dem Saiteninstrument Kuth kurdische Weisen vortragen.

Seit der Gründung des gemeinsamen Dachverbandes am 22.12.17 und dem Einzug in die Bürofläche im April 2018, haben die 4 Gründungsvereine aus Eritrea, Kurdistan, Nordkaukasus und Sri Lanka, bereits eine Vielzahl an Integrationsprojekten, insbesondere für Neuzugewanderte, erfolgreich umgesetzt. Gerne möchten sie der Öffentlichkeit einen Einblick gewähren.

Über Düren hinaus hat die Arbeit des Dachverbandes schon Aufmerksamkeit erregt. Frau Chahbari, die Integrationsbeauftragte von Bergisch – Gladbach, ist herzlich willkommen, sich über das Engagement der Migrantenvereine zu informieren, die sich im Dachverband zusammen gefunden haben.

Über die Integrationsagentur, welche ebenso wie das Kommunale Integrationszentrum im Beirat vertreten ist, und die Arbeit konzeptionell begleitet, ist der Dachverband eng verbunden mit den Fachteams des Zentrum für Sozial- und Migrationsberatung der Evangelischen Gemeinde zu Düren.

In ihrer Begrüßungsansprache schlägt Pfarrerin Susanne Rößler einen historischen Bogen von den Anfängen der Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Gemeinde bereits im Mittelalter, bis hin zur aktuellen intensiven Beratungsarbeit der Fachteams des Zentrums für Sozial- und Migrationsarbeit (ZSM).

Das Fachteam MBE (Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer ab 27 J.) eröffnet Chancen für die Verbesserung der Teilhabe in rechtlicher, sozialer, ökonomischer, politischer und kultureller Hinsicht. Besonderer Dank gilt den anwesenden Bundestagsabgeordneten, Oliver Krischer (Die Grünen), und Thomas Rachel (CDU) für ihre stetige Unterstützung der Arbeit.

Das Fachteam Flüchtlingsberatung bietet im Café International seit vielen Jahren ein Sprechstundenangebot, u.a. speziell zu Fragen des Asylverfahrens.

Die Projektarbeit mit den MSO, den Migrantenselbstorganisationen, ist Schwerpunkt der Arbeit der Integrationsagentur; das Engagement der MSO reicht von der Pflege der eigenen Kultur, der Muttersprache, über die gemeinsame Religionsausübung bis hin zur Unterstützung von Eltern und Kindern für bessere Bildungserfolge. Mit der Vereinsarbeit möchten Zugewanderte ihre Potentiale schöpfen und aus eigener Kraft dazu beitragen unsere Gesellschaft in einem friedlichen Miteinander zu gestalten.

Ein lang gehegter Traum für die Vereine war die Errichtung eines eigenen Vereinszentrums, an dem sie kontinuierlich, mit eigenen Büros versehen, ihre Projekte planen und umsetzen können. Unter dem Logo „Verbinden – Vernetzen - Vertrauen“ erhielt das Engagement der Vereine im gemeinsamen Dachverband den erhofften Schub. Sowohl in den Räumen des Dachverbands als auch extern bieten sich den Flüchtlingsfamilien viele interessante Mitmachaktionen; sehr gerne werden sie angenommen. Von Orientierungsrundgängen zu den verschiedenen kulturellen und sozialen Einrichtungen der Stadt, Hilfe bei der Wohnungssuche, bis hin zu workshop - Reihen in Musik, Tanz, Kunst und Kultur.

Mit einer Power Point Präsentation, anschaulich mit vielen Bildern unterlegt, verdeutlichen die Vereinsverantwortlichen das vielfältige Engagement ihrer jeweiligen Vereine:

Roza Hadera, vom „Eritreischen Verein für Frieden e.V.", leitet elegant durch die Präsentation. Sie berichtet von den sportlichen Angeboten ihres Vereins: Eine eigene Fußballmannschaft wurde gegründet, die gemeinsam mit einheimischen Vereinen trainiert. Besondere Aufmerksamkeit wird der Gleichberechtigung der eritreischen Frauen gewidmet. Der Verein lädt externe ReferentInnen ein, die zum Teil auch in der Muttersprache Tigrinya, für dieses komplexe Thema sensibilisieren. Auch macht der Verein vielfältige Orientierungsangebote für Geflüchtete aus Eritrea.

Die Vorstandsleute vom “Kurdisch – Syrischen Hilfsverein für Flüchtlinge e.V.“ und vom “Tamil Makkal Kulturverein e.V.“ haben ein besonderes Elternbildungsangebot für Familien nach der Flucht sehr erfolgreich umgesetzt: ‘Wertebildung zwischen den Kulturen‘. Eine Mitarbeiterin des KI hatte sie auf diese Förderung des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) aufmerksam gemacht; in insgesamt 8 Kurseinheiten wurde Grundwissen zum Thema 'Erziehung und Werte in Deutschland' vermittelt. Eine gelungene Kooperation der beiden Vereine, die entsprechend ihren vielfältigen kulturellen und sprachlichen Zugängen viele Kurs - Teilnehmerinnen gewinnen konnten: aus Somalia, Eritrea, Äthiopien, Guinea, Syrien, Irak, Georgien und der Ukraine.

Unter Leitung von Fener Abdel Rahman, dem 1. Vorsitzenden des Dachverbandes, steht jeden Vormittag ein Team aus Vereinsleuten bereit, um Ratsuchende zu unterstützen. Manche Fälle werden direkt an die Fachteams des ZSM verwiesen, einige davon in Begleitung eines Dolmetschers.

Mansur Nazarov vom “Özdangalla Nordkaukasischen Kultur- und Freundschaftsverein e.V.“ berichtet vom gemeinsamen Fastenbrechen – Abenden mit Flüchtlingsfamilien. Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist der Ethik – Unterricht, in dem vor allem Jugendlichen Grundwerte- und elemente unserer Gesellschaftsordnung nahegebracht werden: Achtung der Menschenwürde, Rechtsstaat, Toleranz, Emanzipation.

Waren Sie auch Gast beim event? Dann fischen Sie doch paar Erinnerungsfotos aus der Bildergalerie heraus!

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