Integrationsstaatssekretärin Serap Güler besucht den „Dachverband MSO Düren e.V.“

Bericht Winne Simon

Frau Güler war schon einmal, Anfang November 2017, auf Vermittlung der Integrationsagentur zu Besuch in Düren, in der Evangelischen Gemeinde, wo sie sich über die landesgeförderten Projekte der Migrantenselbstorganisationen (MSO) informierte. 

Eine besondere Sache brannte den Vereinsverantwortlichen damals unter den Nägeln: Die MSO benötigen ein gemeinsames Integrationszentrum, um hier Veranstaltungen und Projektangebote, gemeinsam mit Geflüchteten und MigrantInnen, effizient umzusetzen. Das Café International der Evang. Gemeinde als Ort der Zusammenkunft war längst viel zu klein geworden.

Mittlerweile sind die Vereine einen großen Schritt weiter bei der Verwirklichung ihres Traums. Nach Gründung eines gemeinsamen Dachverbandes, am 22.12.17, in dessen Beirat die Integrationsagentur und das KI (Kommunale Integrationszentrum) vertreten sind, wurde Anfang April diesen Jahres endlich ein geeignetes preiswertes Mietobjekt in der Innenstadt Düren gefunden.

Stolz präsentiert der Dachverband nun Staatssekretärin Güler die im April neu bezogene Bürofläche und den Gemeinschaftsraum. „Klein, aber fein“, wie die 1. Vorsitzende des Dachverbandes, Vasuki Nandapalan, in ihrer Begrüßungsansprache anmerkt. Unter dem Logo „Verbinden – Vernetzen - Vertrauen“ erhielt das Engagement der Vereine im gemeinsamen Dachverband den erhofften Schub.

Das „Zauberwort“, so Winne Simon von der Integrationsagentur, heißt „Wir“: „Wir alle, ungeachtet unserer Herkunft, können, indem wir zusammenhalten, gemeinsam unsere Ziele erreichen“. Und so wurde bereits eine Vielzahl an Projekten erfolgreich umgesetzt, sowohl in den Räumen des Dachverbands als auch extern. Von Orientierungsrundgängen zu den verschiedenen kulturellen und sozialen Einrichtungen der Stadt, Hilfe bei der Wohnungssuche, bis hin zu workshop - Reihen in Musik, Tanz, Kunst und Kultur, bietet der Dachverband den Flüchtlingsfamilien viele interessante Mitmachaktionen an; sehr gerne werden sie angenommen.

Mit Hilfe einer Power Point Präsentation, mit vielen Bildern unterlegt, verdeutlichen die Vereinsverantwortlichen im Einzelnen ihr vielfältiges Engagement: Frau Nandapalan vom „Tamil Makkal Kulturverein e.V.“ (Sri Lanka), berichtet von einem Elternbildungsangebot für Familien nach der Flucht zum Thema ‘Wertebildung zwischen den Kulturen‘. Eine Mitarbeiterin des KI hatte sie auf diese Förderung des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) aufmerksam gemacht; sie und Elankeeran Tharmalingam, absolvierten einen dreitägigen Kompaktkurs und vermitteln nun als Referenten in insgesamt 8 Kurseinheiten Grundwissen zum Thema 'Erziehung und Werte in Deutschland'.

Auch Fener Abdel Rahman, 1. Vorsitzende vom „Kurdisch – Syrischen Hilfsverein für Flüchtlinge e.V.“ und Rinas Abdel Rahman schlossen sich dieser Fortbildung an. Eine gelungene Kooperation ihrer Vereine, die entsprechend ihren vielfältigen kulturellen und sprachlichen Zugängen viele Kurs - Teilnehmerinnen gewinnen konnten: aus allen 4 Ecken der Welt, aus Somalia, Eritrea, Äthiopien, Guinea, Syrien, Irak, Georgien, Ukraine kommen die TeilnehmerInnen.

Daniel Gebremeskel vom „Eritreischen Vereine für Frieden e.V.“ rückt die sportlichen Angebote seines Vereins in den Vordergrund. Eine Fußballmannschaft wurde gegründet, die gemeinsam mit einheimischen Vereinen trainiert. Auch sein Verein macht darüber hinaus zahlreiche Orientierungsangebote für Geflüchtete.

Akhma Nazarov, 1. Vorsitzender und Ibrahim Nazarov vom “Özdangalla Nordkaukasischen Kultur- und Freundschaftsverein e.V.“ erzählen von gemeinsamen Fastenbrechen – Abenden mit Flüchtlingsfamilien im Dachverband. Ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist auch der Ethik – Unterricht, in dem vor allem Jugendlichen Grundwerte- und elemente unserer Gesellschaftsordnung nahegebracht werden: Achtung der Menschenwürde, Rechtsstaat, Toleranz, Emanzipation.

Integrationsstaatssekretärin Serap Güler ist besonders beeindruckt von der im Dachverband versammelten ethnischen Vielfalt: „Dass ein kaukasischer Verein mit einer Organisation aus Sri Lanka zusammenfindet, sieht man auch nicht alle Tage“. Für die weiteren Aktivitäten des Dachverbandes empfiehlt sie, das Augenmerk nicht nur auf die Zielgruppe der aktuell Geflüchteten, sondern auch auf schon länger in Deutschland lebende Zugewanderte zu richten. „Bei aller berechtigten Aufmerksamkeit für die Neuzugewanderten, sollten wir nicht diejenigen aus dem Blick verlieren, die bereits dauerhaft hier leben.“

Alle Anwesenden fühlen sich sehr geehrt durch den Besuch von Staatssekretärin Serap Güler und danken ihr herzlich für das Interesse an den durchgeführten Integrationsprojekten. Alle freuen sich sehr auf einen neuerlichen Besuch.

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