Gespaltene Gesellschaft: Armut und soziale Ungleichheit in Deutschland

   

Seit geraumer Zeit bildet die wachsende soziale Ungleichheit das Kardinalproblem der Menschheit schlechthin. Im globalen Maßstab resultieren daraus Krisen, Kriege und Bürgerkriege, aber auch Flüchtlingsströme unbekannten Ausmaßes. Im nationalen Rahmen stiftet die zunehmende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen ebenfalls Unfrieden, obwohl es hierzulande (noch) nicht zu größeren sozialen und politischen Verwerfungen gekommen ist.

Betrachtet man die Sozialstruktur der Bundesrepublik, zeichnet sich eine Polarisierung ab, die auch im internationalen Vergleich extrem stark ausgeprägt ist. Wie im Fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung erneut dokumentiert, zeigt sich die Verteilungsschieflage vornehmlich beim Vermögen, das sich zunehmend bei wenigen Hyperreichen konzentriert, die über riesiges Kapitaleigentum verfügen und meistens auch große Erbschaften machen.

Dass die Gesellschaft zunehmend in Arm und Reich zerfällt, ist kein unsozialer Kollateralschaden der Globalisierung, sondern durch falsche Weichenstellungen der politisch Verantwortlichen bedingt als Folge des Neoliberalismus.

Wer den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und Armut wirksam bekämpfen will, muss die jahrzehntelange Umverteilung des gesellschaftlichen Reichtums von unten nach oben beenden und für mehr Steuergerechtigkeit sorgen. Der Vortragende wird darlegen, an welchen Stellen hier die Weichen zu stellen sind.

Leitung: Pfarrer Dr. Dirk Siedler

Ort: Ev. Gemeinde zu Düren, Wilhelm-Wester-Weg 1, 52349 Düren, Großer Saal

Referent: Prof. Dr. Christoph Butterwegge. Er lehrte bis 2016 Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Zuletzt sind
seine Bücher „Armut in einem reichen Land. Wie das
Problem verharmlost und verdrängt wird“
(4. Aufl. Frankfurt am Main/New York 2016), „Armut“
(3. Aufl. Köln 2018) sowie „Hartz IV und die Folgen.
Auf dem Weg in eine andere Republik?“
(3. Aufl. Weinheim/Basel 2018) erschienen.

Gebühr: 5,00 €

Anmeldung: EEB, Tel. 02461 9966-0 oder eeb@kkrjuelich.de

 

 

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