Beteiligungsforum „Weltoffenes Düren – gemeinsam stark gegen Rechtsextremismus und Rassismus"

  1. Juni 2018
Binsfelder Straße 77 in Düren - Kulturfabrik
17.00  – 21.00 Uhr

Bericht zum Beteiligungsforum „Weltoffenes Düren – gemeinsam stark gegen Rechtsextremismus und Rassismus

Die Aufgabestellung für das Forum ist in der Programmankündigung klar benannt: “Kreative Entwicklungsphase. Was brauchen wir konkret im Kreis Düren für eine gelingende Rechtsextremismus- und Rassismusprävention?“

Zu der Veranstaltung eingeladen hat Peter Kirschbaum: Seine Aufgabe im Projekt NRWeltoffen, welches vom Sozialdienst katholische Frauen Düren e.V. und dem Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt durchgeführt wird, ist es, ein integriertes Handlungskonzept zu entwickeln.

Eine Mammutaufgabe für einen Einzelnen, auch wenn dieser, wie Ulrich Lennartz vom SkF Düren bemerkt, noch ein langes Berufsleben vor sich hat und entsprechend belastbar ist. Sogleich erhebt sich der Einwand, warum ein solch vergleichsweise wichtiges Unterfangen einem Einzelnen, und dies nur in zeitlich begrenzter Projektform, übertragen wird.

Ein umfangreiches detailliertes Diskussionspapier (s. Anlage) zum “Integrierten Handlungskonzept“ hat Peter Kirschbaum bereits erstellt.

“Die Ausarbeitung des Handlungskonzeptes ist als partizipativer Prozess angelegt und berücksichtigt die Erfahrungen und die Expertise verschiedener professioneller Akteure und ehrenamtlich arbeitender Initiativen, Bündnissen und Einzelpersonen. Bestehende Strukturen, Arbeitskreise, runde Tische und andere Systeme wurden aufgegriffen, um Handlungsfelder und Handlungsbedarfe zu identifizieren und möglichst umfassend in das Konzept zu integrieren. […] Auf diese Weise soll eine möglichst breite Beteiligung der Dürener Zivilgesellschaft sichergestellt werden.“ (s. S. 3 des Diskussionspapiers).

Diesem Ziel dient eben die Veranstaltung, welche, wie gewünscht, von einer breiten Palette verschiedener Akteure besucht und souverän von Elena Lazaridou (Coach, Supervisorin und Prozeßbegleiterin) moderiert wird.

In einem Impulsvortrag “Rechtsextremismus und Rassismus – aktuelle Situation im Kreis Düren“ skizzieren Ilja Gold und Patrick Fels (Mobile Beratung Köln) zunächst die wesentlichen Tatbestände.

Verschiedene Faktoren haben in den letzten Jahren zu einer Umstrukturierung der rechten Szene im Kreis Düren mit dem harten Kern diverser Organisationen (Kreisverband NPD, DIE RECHTE, Neonazi – Kameradschaften, Gruppe Syndikat 52, Arminiusbund, Vereinigung „Bürger stehen auf“, Pro NRW, „glorifizierende Traditionspflege ‘Hürtgenwald‘“) geführt. Sie ist nicht mehr so stark wie in der jüngeren Vergangenheit, weswegen der Fokus des Handlungskonzeptes nicht ausschließlich auf dem Thema Rechtsextremismus, sondern vielmehr auf den Themen (struktureller) Rassismus, Demokratiestärkung und Menschenrechtsbildung liegt.

Ein großer Teil der Maßnahmen und Ziele des Handlungskonzeptes ist präventiv angelegt und nimmt insbesondere die „Mitte der Gesellschaft“ als Zielgruppe in den Blick:

“Hierbei Rassismus als gesamtgesellschaftliches Phänomen zu begreifen, das uns gewissermaßen alle betrifft, ist immer noch eine relativ neue Perspektive.“ (s. S. 15 des Diskussionspapiers).

Die Quintessenz des Impulsvortrages wie auch des vorliegenden Handlungskonzeptes ist die Erkenntnis, dass gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und damit auch Rassismus und Ausgrenzung keinesfalls nur das Phänomen der politischen Ränder, sondern ebenfalls eindeutig in der Mitte der Gesellschaft zu verorten sind.

Moderatorin, Elena Lazaridou, hat den Beteiligungsprozess klar strukturiert. Anhand 5, von ihr vorgegebener Leitfragen, werden Anregungen und Ideen der Teilnehmenden gesammelt.

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Schnell füllen sich die Flipcharts an den Wandseiten.

Aus der Überfülle greift Elena einige Ideen heraus und stellt sie zur Diskussion.
Anhand einiger ausgewählter Stichpunkte füllen die TeilnehmerInnen exemplarisch erste “Ideenbögen“ zur Umsetzung aus.
  • Idee (Maßnahme)
  • Was soll erreicht werden? (Ziel)
  • Wer macht mit? (Beteiligte)
  • Der erste Schritt
  • wann? (Zeitplan)

Peter Kirschbaum ist dankbar für die vielen Anregungen, wobei sich erneut die Frage stellt, wie ein Einzelner es schaffen kann, die Überfülle an Material zu sichten und weitere Schritte zu organisieren. Wie schon in der Diskussion zuvor, wird die Forderung nach verstärktem politischen Engagement und einer nachhaltigen Verankerung der Rassismusprävention laut.

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